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Akkordeon-Bezirksorchester Staufen
„Magische Momente“ im FILUM


Zum achten Mal bereits nahmen wieder mehr als 30 hervorragende, leistungsfähige und hoch motivierte Akkordeonisten aus verschiedenen Vereinen und Musikschulen Baden-Württembergs die Einladung an, sich in nur fünf Projekt- bzw. Probentagen zu einem neuen Klangkörper zusammenzufinden und ein anspruchsvolles Programm einzustudieren. Wie jedes Jahr eine gewaltige Aufgabe mit Mut zum Risiko. Bezirksdirigent Erwin Schuster brachte ihn auf und hätte das Motto für die diesjährige Auftrittsreihe nicht treffender wählen können: mit „Magische Momente“ wollte er das neue „Bezirksorchester Staufen 2018“ und dann auch das Publikum verzaubern. Vor kurzem am 11.03.2018 fand das erste Konzert statt, und zwar in Kooperation mit dem Orchester CONCAVE der Musikschule FILUM Filderstadt.


Unter dem Dirigat von Rolf Weinmann eröffnete CONCAVE den Abend mit dem ersten Satz der Sinfonie Nr. 8 in h-moll von Franz Schubert. Schon die mysteriöse Einleitung bescherte den Zuhörern einen ersten magischen Moment mit Gänsehaut, dem im weiteren Satzverlauf noch viele weitere folgten. Mit ausgewogener Dynamik und filigranem Wechselspiel der Stimmen bis hin zu den fein abgestimmten Elektroniumeinsätzen gelang den Musikern ein wunderbares Klangbild, das Schuberts kontrastreiche Kompositionsweise aufs hörbar Beste herausarbeitete. Keine Frage: CONCAVEs Achte von Schubert hält jedem Vergleich mit anerkannten Sinfonieorchestern Stand, wenn es um die Tiefe der Musik, nicht um den oberflächlichen Eindruck der Instrumentierung geht.

Es folgte das gut 30-minütige Klavierkonzert Nr. 20 in d-moll KV 466 von W.A. Mozart. Das Orchester begann im zarten pianissimo und vertraute voll auf die Wirkung des vom Komponisten erwünschten Überraschungseffekts beim ersten Forte-Schlag. Und dann der ersehnte Klaviereinsatz:
Die wunderbare Pianistin Anna di Mauro eroberte die Herzen der Zuhörer gleich mit den ersten Tönen. Einfach die Augen schließen und genießen. Auch im zweiten Satz konnte man die Augen geschlossen halten und den herrlichen Dialog zwischen Klavier und Orchester verfolgen. Ach, hätte der Dirigent doch beim dritten Satz auch das eröffnende Allegro assai der Pinanistin übernommen!
Nach einer Schrecksekunde war man schon fast erleichtert, dass endlich einmal etwas schief ging. So viele herrliche und magisch schöne Momente waren eigentlich nicht mehr auszuhalten! Nach 50 Minuten im Traumhimmel hieß es: Willkommen zurück auf dem Boden der Realität. Was aber auch bedeutet: es sollte nun kein Weg zu weit sein, um den nächsten Auftritt von Anna di Mauro zu erleben.

Das  Orchester
Das Orchester "Concave" der Musikschule Filderstadt (mit der Pianistin Anna di Mauro).

Dann aber setzte Rolf Weinmann auf brutalen Gegensatz. Mit dem kurzen U-Dance des bekannten „Motion Trio“ fegte CONCAVE die Wiener Klassik aus den Gehörgängen. Fantastisch, wie die kraftvoll vorwärtsdrängende Rhythmik und der mitreißende Beat den Musikern aus Fingern und Balg flossen. Mit unglaublicher Spielfreude, Dynamik und tierischem Spaß entließen sie das Publikum in die Pause.

Der zweite Teil des Gemeinschaftskonzerts gehörte dem Bezirksorchester Staufen. Mit drei mächtigen, langgezogenen Unisono-Einsätzen begann die „Coriolan-Ouvertüre“ unter der Leitung von Erwin Schuster. Er setzte die Vorarbeit seines Kollegen Weinmann problemlos fort und interpretierte die Charakterzüge des zwiespältigen Helden in Beethovens Werk aufs allerbeste. Das Musikdrama endet mit dem Selbstmord der Hauptperson: mit dem langsam ersterbenden Unruhemotiv und drei kaum hörbaren pianissimo Pizzicatotönen. Dem Orchester gelang eine vorzügliche Umsetzung, das Publikum war ergriffen.

Dann betrat der 1990 in der iranischen Provinzhauptstadt Isfahan geborene Aryan Dayyani die Bühne. Er wählte mit 14 Jahren Klavier als Hauptinstrument und belegte schon zwei Jahre später beim nationalen Klavierwettbewerb der iranischen Musikschulen in Teheran den ersten Platz. Im November 2007 kam er nach Deutschland, um an der Musikhochschule Stuttgart zu studieren und schloss im Sommersemester 2012 erfolgreich ab, seit Oktober 2012 unterrichtet er nun an der Musikschule Filderstadt.
Die Erwartungen waren also hoch! Und mit dem (für den Antikriegsfilm "Dangerous Moonlight" komponierten) „Warschauer Konzert“ von Richard Addinsell folgte tatsächlich eine Sternstunde des Abends. Die Einheit von Dirigent und Pianist, hier also von zwei Profis, die ihr Instrument absolut beherrschen -der eine das Klavier, der andere sein Orchester- war einfach ungeheuerlich und intensiv. Begeisterungsstürme brandeten auf. Man hätte sich vielleicht noch einen persischen Volkstanz als Zugabe des jungen Solisten vor seinem Abgang gewünscht, aber es sollte noch besser kommen.

Denn bei „Hedwigs Thema“ von John Williams zeigte sich Erwin Schuster als wahrer Magier des Taktstocks. Anscheinend mit Harry Potters Zauberstab ausgestattet zog er mit dem ersten Impuls bereits Orchester und Publikum erneut in seinen Bann. Die markante Celesta-Eröffnung spielte Aryan Dayyani so perfekt, dass die übrigen Musiker gar nicht anders konnten als ihm zu folgen. Nach dem großartigen Schlussakkord hätte man am liebsten allen Akteuren den „Goldenen Schnatz“ auf die Bühne geworfen!

Leider fehlt uns hier der Platz, um auch den zweiten Satz aus Beethovens 7. Sinfonie sowie der Originalkomposition „Werziade III“ von Fritz Dobler und die abschließende Ouvertüre zu „Die Fledermaus“ von Johann Strauß solcherart zu besprechen, wie es die Darbietungen des Bezirksorchesters verdient hätten. Also kann man nur noch große Bilder finden für den „finalen frenetischen Lärm des Publikums“ am Ende eines tatsächlich magischen Konzerts: da waren keine Claqueure, es war vielmehr die emotionale Macht rhythmisierter Menschenmassen (seit Kaiser Neros Zeiten wohl dokumentiert), die wie ein Pendel zwischen Zuhörerschaft und den Musikern auf der Bühne hin und her schwang. Zugaben wurden erklatscht und gerufen ... und selbstverständlich gewährt. Ein fulminates Musikereignis ging zu Ende.

Vollblutmusiker mit Leidenschaft und Herz: Erwin Schuster und Rolf Weinmann beim Schlußapplaus nach einem magischen Konzertabend.
Vollblutmusiker mit Leidenschaft und Herz: Erwin Schuster und Rolf Weinmann
beim Schlußapplaus nach einem magischen Konzertabend.


Quelle: C. Gregustobires, DHV-Bezirk Staufen

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