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Akkordeonkunst mit Abstand


Hohnerklang und Friends holen die im März abgesagte Veranstaltung in Rommelshausen im Bürgerhaus als Doppel-Konzert für den Lions Club nach.


Ausgedünnte Publikumsreihen - aber nicht wegen mangelnder Nachfrage

Eigentlich, erzählte Jochen Haußmann, hätte das Konzert des „Orchesters Hohner Klang & Friends“ aus Trossingen ja am 21. März stattfinden sollen, mit 460 Zuschauern im ausverkauften Bürgerhaus Kernen, ermöglicht vom Förderverein Lions Club Remstal unter seiner Präsidentschaft, die im Juni endete. Doch dann kam Corona, mit seinem Lockdown und den bis heute anhaltenden Einschränkungen. Ein halbes Jahr später ist es dann endlich doch wahr geworden. Am Sonntag gab eines der renommiertesten Harmonikaorchester überhaupt ein Gastspiel in Kernen - nein, sogar zwei - um 14 und um 18 Uhr, da aufgrund der Abstandsregeln lediglich 100 Besucher im großen Saal des Bürgerhauses Platz finden - für Jochen Haußmann in seiner Funktion als Präsident des Deutschen Harmonikaverbandes ging damit ein Herzenswunsch in Erfüllung.

Der Lions Club Remstal fördere seit vielen Jahren soziale Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wie beispielsweise „Clowns mit Herz“, die Tafel Weinstadt, das Familienzentrum Weinstadt,Klasse 2000 der Haldenschule Rommelshausen. 16 Akkordeonvereine in der Regionsollen jeweils ein neues „Hohner XS“ bekommen, ein unter musikpädagogischen und gestalterischen Gesichtspunkten für Kinder neu entwickeltes Akkordeon.

Das neue Instrument solle dazu beitragen, die musikalische Ausbildung von Kindern zu fördern und sie speziell ans Akkordeon heranzuführen. Denn Musik sei weitmehr als einfach nur Zeitvertreib, so der Harmonikaspieler Haußmann, „Musik beruhigt. Musik macht glücklich. Musik ist ein wichtiges Medium für Menschen mit und ohne Behinderung, um nicht nur verborgene Fähigkeiten eines jeden zu entdecken, sondern auch kognitive, soziale, emotionale und kreative Strukturen weiterzuentwickeln.“ Musik sei eine Sprache, die jeder verstehe, sie schaffe Gemeinschaftsgefühl und schweiße zusammen. Dies sei gerade in diesen Zeiten von Covid 19 mehr als notwendig.

Ob nun 460 oder zweimal 100 Besucher, das Orchester und sein Dirigent wussten ihr Publikum zu begeistern. Bereits mit dem ersten Stück, Harald Winklers Komposition „Rocking Affair“, hatten sie ihr Publikum gewonnen. Und dabei, meinte Orchesterleiter Hans-Günther Kölz fast entschuldigend, sei auch für die Musiker alles anders als gewohnt. So seien sie nicht mit der üblichen Anzahl von 40 Musikerinnen und Musikern auf der Bühne, sondern lediglich mit 30, weil aufgrund der Abstandsregeln nicht mehr auf der Bühne Platz gefunden hätten. Nach langen Wochen der Pause hatte das Orchester lediglich drei Proben, um sich auf diesen Auftritt vorzubereiten, und noch am Morgen auf der Herfahrt im Bus habe man die endgültige Besetzung festgelegt.

Davon bemerkte das Publikum im Saal allerdings nichts. Schon gar nicht beim zweiten Stück „Klezzmotion“, einer der über 800 Kompositionen, mit denen Kölz wie kaum ein Zweiter die aktuelle Harmonikamusiklandschaft geprägt hat. Mit ihrem furiosen Solo auf der Bass-Mundharmonika entführte Brigitte Burgbacher ihr Publikum in die legendären Dörfer der südosteuropäischen Vergangenheit. Nächstes Ziel der musikalischen Traumreise war Mexiko, vertreten mit Arturo Márquez’ „Conga del Fuego“. Daran schloss sich Astor Piazzollas Tangowalzer „Chiquitín de Bachín“ an, eine Reminiszenz an Buenos Aires, von Monja Heuler mit ihrer Mundharmonika in die Weltsprache der Musik gedolmetscht.

Für ein Zwiegespräch mit Matthias Antons Saxofon griff Kölz selbst zum Akkordeon und gemeinsam swingten sie den Saal mit Jean Toots Thielemans’ „Bluesette“. Sabrina Latus und Robin Schmidt interpretierten als Gesangsduo „A whole new World“ aus Alan Menkens Musical „Aladdin“, bevor der Überraschungsgast Felix Kogel das frenetisch applaudierende Publikum in die Pause entließ. Ein einmaliges unvergessliches Musikerlebnis hatte Jochen Haußmann im Vorfeld des Konzerts versprochen - er hatte Wort gehalten.

Quelle: WKZ vom 28.09.2020 (mit freundlicher Genehmigung des Autors)

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