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Bildbeschreibung mit dem Akkordeon


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Geschmeidig, getragen, geradezu getanzt: Jedem Stück gab das Akkordeon-Orchester Hohenacker bei seinem Konzert einen eigenen Charakter.


Mit einem Programm von Bach über Mozart bis hin zu Piazzolla gab das Erste Orchester des Akkordeon-Orchesters Hohenacker ein begeisterndes Konzert in der Erhartskirche. Unter der Leitung von Hans-Günther Kölz, von dem auch zwei feine Eigenkompositionen zu hören waren, erfreute das prachtvoll aufspielende Ensemble mit den reichen Klangmöglichkeiten eines virtuos abgestimmten Akkordeonorchesters.

Zum Auftakt gab es eine Bearbeitung des Rondos D-Dur (aus dem Divertimento Nr. 11) von Mozart; und was für ein lichtes, beschwingtes, ja keck melodiöses Stück, das das Konzert mit einer geradezu verschmitzten Heiterkeit begann und zugleich mit dem lustvoll geschmeidigen Klangkörper des Akkordeonorchesters bekanntmachte.

Mit dem Charme eines Chansons

Mit wunderschöner Getragenheit, voll elegischer Melancholie dann die „Air" (aus der Suite Nr. 3) von Johann Sebastian Bach. Ein Stück, das durch das Arrangement für Akkordeon fast den Charakter,. ja Charme eines französischen Chansons erhielt.
Als eine musikalische Bildbeschreibung stand dann Hans-Günther Kölz' Komposition „Episodes sur un Image" auf dem Programm. Ein Auftragswerk der Akkordeon-Union aus Genf, wurde das Stück von dem Gemälde „La Peche miraculeuse" des Konrad Witz aus dem Jahre 1444 inspiriert, auf dem der Fischzug des Perus das Bildthema ist. Als „Rahmen" benutzte Kölz dabei Bachs Choral „Wer nur den lieben Gott läßt walten" und eine vielstimmige Kanonverdichtung, die dieses Stück sozusagen von innen heraus strahlen lässt. Auch meint man mittelalterliche Tanzfiguren herauszuhören, die dem Stück ein akustisches Echo aus der Entstehungszeit des ihm zugrunde liegenden Gemäldes verleiht.
„Jesus bleibet meine Freude", wieder von Bach, ist das Lieblingsstück des Orchesters, das hier mit sanft wiegender Zuversicht und einer fast kammermusikalischen Intimität zu Werke geht.

Erinnerung an Wolfgang Jacobi

Eine Ausgrabung, besser Wiederinnerung, präsentierte Hans-Günther Kölz mit einem Arioso aus der Sinfonischen Suite des (jüdischstämmigen, und im Dritten Reich an seiner Arbeit gehinderten) Wolfgang Jacobi (1894-1972). Schmelzend tänzerisch in einem bezirzenden 6/4-Takt, hingehaucht traurig, war hier ein verzehrend hübsches musikalisches Kleinod zu hören - mit einem leicht versehrten Klangcharakter.
Sicher einer der Höhepunkte des Konzerts war dann das Solo von Sabine Burany, die Mozarts „Andante cantabile" (aus der Klaviersonate KV 333) mit seiner verhaltenen Anmut, seiner verlorenen Traurigkeit in der Nähe des Volksliedtons, einnehmend virtuos und doch unaufdringlich zurückgenommen vortrug und damit ihr Publikum in den Bann zog.
Den zweiten Teil des Konzerts widmete das Akkordeonorchester dann dem Tango, besonders dem großen Bandeonisten Astor Piazzolla, mit gleich zwei zauberhaften Stücken. Stücke, so recht für ein sehnsüchtig schwelgendes Akkordeonorchester gemacht, und wie beim „Rojo Tango" des Paplo Ziegler, nicht ohne untergründige Erotik vorgetragen.
Was für ein formidables, hochkultiviertes Orchester, das sich mit einem Plädoyer für ein friedlich-vielstimmiges Europa, mit dem „Anthem for Europe" von Hans-Günther Kölz, verabschiedete.

Neue Wege

Das Akkordeon-Orchester Hohenacker hat es sich seinem Webauftritt zufolge bewusst zur Aufgabe gemacht, neue Wege in der Akkordeonmusik zu betreten - raus aus der. Volksmusikecke.
Das Akkordeon-Orchester bildet aktuell in seinem fünfzigjährigen Bestehen aus über 150 Mitgliedern ein halbes Dutzend Orchester, die sich wöchentlich zur gemeinsamen Probenarbeit treffen.

Quelle: WKZ vom 26.03.2019
Kontakt: info@dhv-staufen.de